Im Rahmen unseres Projekts laden wir regelmäßig verschiedene Institutionen wie zum Beispiel Beratungsstellen ein, die ihre Arbeit vorstellen und mit den Teilnehmerinnen von Auf ErfolgsKurs ins Gespräch kommen. Im Rahmen dieser Treffen lernen die Frauen nicht nur die Angebote und die dahinterstehenden Institutionen kennen, sondern bekommen – direkt und persönlich – ganz konkrete Antworten auf ihre Fragen. Besonders wertvoll ist dabei der niedrigschwellige Zugang: Viele Frauen erleben die Gespräche in vertrauter Atmosphäre als erste Möglichkeit, offen über Unsicherheiten, Sorgen und Erfahrungen zu sprechen.
Im Dezember 2025 war beispielsweise die KAUSA-Landesstelle Sachsen zu Gast. Gemeinsam sprachen wir mit Katharina Keller über das deutsche Schul- und Ausbildungssystem sowie über Fragen wie: Welche Schulabschlüsse gibt es? Welche Möglichkeiten gibt es nach der Schule? Was ist der Unterschied zwischen dualer und schulischer Ausbildung? Und welche Ausbildungsberufe gibt es in Deutschland? KAUSA setzt sich dafür ein, dass mehr Menschen mit Einwanderungsgeschichte den Weg in eine Ausbildung finden. Sie arbeiten sowohl mit Unternehmen zusammen, um diese für migrantische Fachkräfte zu sensibilisieren, als auch mit jungen Menschen und Familien, um Wissen und Orientierung rund um Ausbildung und Beruf zu vermitteln.
Hier bitte Bild einfügen, das ich mitgeschickt habe (es zeigt die Referentin Katharina Keller).
Das Interesse der Teilnehmerinnen war groß. Viele Frauen kamen nicht nur mit Fragen für sich selbst, sondern auch mit Blick auf die Zukunft ihrer Kinder. Besonders die duale Ausbildung stand im Mittelpunkt des Austauschs. Viele Teilnehmerinnen nahmen mit, dass Unternehmen individuell entscheiden und auch ohne perfekte Schulabschlüsse Chancen auf eine Ausbildung bestehen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig gute Deutschkenntnisse – mindestens auf B2-Niveau – sind, um eine Ausbildung erfolgreich absolvieren zu können. Für viele Frauen war es hilfreich, erstmals einen verständlichen Überblick über Bildungswege und berufliche Möglichkeiten in Deutschland zu erhalten.
Im Januar und März besuchte uns Fiona Rosner vom Projekt Faire Integration Sachsen mit einem Workshop zum Thema Medienerziehung unter dem Titel „Mama, darf ich dein Handy? – Tipps für den Medienumgang für Eltern mit Kindern“ (der Titel orientiert sich an einer Broschüre der Initiative klicksafe und Saferinternet.at). Im Mittelpunkt standen Fragen, die viele Familien beschäftigen: Wie viel Medienzeit ist sinnvoll? Welche Inhalte sind geeignet? Und wie können Eltern ihre Kinder begleiten, ohne ständig verbieten zu müssen? Die Teilnehmerinnen erhielten alltagsnahe Informationen und praktische Tipps zum Umgang mit Smartphone, Tablet und Fernsehen im Familienleben.
Besonders wichtig war dabei der offene Austausch über die Realität vieler Familien. Viele Frauen berichteten, dass sie sich durch die intensive Mediennutzung ihrer Kinder überfordert fühlen. Gleichzeitig erleben sie digitale Medien oft auch als kurzfristige Entlastung im stressigen Alltag. Daraus entstehen häufig Unsicherheiten und Schuldgefühle, die eine mögliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf zusätzlich behindern. Im Workshop wurde deutlich gemacht, dass es keine allgemeingültige Lösung für jede Familie gibt, sondern vielmehr individuelle Wege gefunden werden müssen. Die vorgestellten Richtwerte und praktischen Tipps halfen den Teilnehmerinnen dabei, ihren eigenen Umgang mit Medien bewusster zu reflektieren. Ebenso entlastend war die Botschaft, dass Eltern Fehler machen dürfen und Überforderung zum Familienalltag dazugehören kann. Und genau das Verinnerlichen dieser Botschaft ist wichtig, um grundsätzlich Angst zu nehmen und damit die Frauen so auch nächste Schritte Richtung Arbeitsmarkt gehen zu können.
Diese Veranstaltungen sind nur ein Teil von denen, die wir zusammen mit anderen Institutionen durchgeführt haben und bieten einen guten Einblick in die Bandbreite der Themen, die in Projekten zur Heranführung an den Arbeitsmarkt – wie unserem Auf ErfolgsKurs – besprochen werden müssen. Und sie zeigen, wie wichtig Räume für Begegnung, Information und gegenseitige Unterstützung sind.
Weiterführendes Material
Hier gibt es die Broschüre „Mama, darf ich dein Handy?“ von klicksafe und Saferinternet.at zum kostenlosen Download in fünf verschiedenen Sprachen:
https://www.klicksafe.de/materialien/mama-darf-ich-dein-handy